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Die Zweinutzungsrasse für Huhn und Hahn

Um den bäuerlichen Familienbetrieb für die Zukunft zu rüsten, muss man manchmal große Entscheidungen treffen. Thomas und Maria Hafner vom Hafner Hof aus Zweiflingen haben sich dafür entschieden, die Schweinehaltung aufzugeben und stattdessen auf die Hahnaufzucht zu setzen. Warum die Hahnaufzucht besonders zukunftsfähig ist, was diese nachhaltiger macht und welche Erfahrungen die beiden mit den Zweinutzungs-Hähnen gemacht haben?

Bei der Huhn & Hahn Initiative setzen wir in erster Linie auf die Aufzucht der Hähne und das verstärkt in der guten Freilandhaltung. Denn so haben die Hähne reichlich Freiheiten und Auslauf. Durch die viele Bewegung und das langsamere Wachstum setzen die Hähne ein gesundes Muskelfleisch an. Das stärkt die Gesundheit der Hähne, so dass wir komplett auf Antibiotika verzichten können. Doch wir hören immer wieder den Vorwurf, dass die Aufzucht der Hähne nicht nachhaltig sei, da sie weniger Fleisch ansetzen und durch das langsamere Wachstum mehr Futter benötigen. Unsere Antwort darauf: Bei uns geht das Tierwohl vor!

  • uns das Wohlbefinden unserer Tiere und damit einhergehend die Qualität unserer Produkte sehr wichtig sind.

„WIR SIND BEGEISTERT VON DEN JUNGEN HÄHNEN!“

  • Gerade in den ersten Tagen muss man den Küken besonders viel Aufmerksamkeit schenken und erkennen, wenn die Tiere nicht an die Tränke und das Futter kommen.

  • Nach 28 Tagen sind die Hähne schon deutlich größer und haben bereits die ersten Federn. Futter und Wasser finden sie nun zuverlässig und dürfen deshalb das Freiland erobern.

  • Die männlichen Küken dürfen im Stall ihren Instinkten folgen, denn wir haben Sitzstangen, so dass sie nicht am Boden schlafen müssen.

  • Auch wenn das Wetter mal nicht ideal ist, haben die hier nun 10 Wochen alten Hähne einen großzügigen Wintergarten, so dass sich sehr heiße aber auch nasse Tage gut durchstehen lassen.

  • Dieser Hahn zeigt eine durchaus stolz geschwellte Brust und bewegt sich täglich im Freiland. Dabei entwickelt er eine gesunde Muskulatur und Tiergesundheit.

  • Maria Hafner kümmert sich mit Ihrem Mann täglich mit viel Sorgfalt und Begeisterung um die jungen Hähne.

  • Wenn die Sonne untergeht suchen die Hähne zum Schutz wieder den Stall auf. Doch der tägliche Kontrollgang, ob wirklich alle jugendlichen Hähne zurückgefunden haben, gehört bei Hafners immer dazu.



INNOVATIVE SCHRITTE ZUR NACHHALTIGEN AUFZUCHT

Wir stellen die Weichen für eine nachhaltigere Aufzucht: Wir sind Vorreiter bei der Etablierung einer neuen Zweinutzungsrasse. Zweinutzung bedeutet dabei, dass die Hennen etwas weniger Eier legen, dafür aber der Hahn mehr Muskelfleisch ansetzt. Damit ist wieder eine ausgewogene bäuerliche Landwirtschaft mit einem deutlichen Fortschritt für das Tierwohl machbar.

Damit dies möglich ist, haben die LÄNDEIER Kooperationsbetriebe, wie die von Maria und Thomas Hafner, die im alten Schweinestall und dem angrenzenden Freiland unsere Hähne großziehen. Gerade in den ersten Tagen brauchen die kleinen Küken besondere Aufmerksamkeit. Kommen wirklich alle kleinen Küken ans Futter und die Tränken? Das bedeutet in kurzen Zeitabständen regelmäßige Kontrollgänge und ist damit besonders zeitintensiv. Doch auch wenn die Hähne älter sind, kann man sie nicht „einfach rennen lassen“. Warum nicht erklärt Thomas Hafner im Video:


Die Aufzucht der männlichen Küken fordert von den Bauern einen gehörigen Aufwand - weshalb sich das dennoch lohnt zeigen wir in diesem Film. Weitere Filme zum Thema findet man auf unserem YouTube-Kanal.

NEUE REGELUNGEN IM DEUTSCHEN GESETZ ZUM KÜKENTÖTEN

In Deutschland gibt es "eigentlich" seit Januar 2022 kein Kükentöten, doch dieses Jahr musste dennoch das Gesetz angepasst werden: Die Früherkennung im Ei müsste eigentlich ab Anfang 2024 am 6. Tag erfolgen. Inzwischen ist klar, dass dies technisch nicht machbar sein wird. Deshalb gab es eine Änderung des zwei Jahre alten Gesetzes, so dass nun die Früherkennung im Ei bis zum 12 Tag erlaubt ist.

Sei es drum - wir ziehen die Küken nun schon seit Jahren auf und sehen eine viel größere Lücke: Denn das Gesetz verbietet das Kükentöten, jedoch nicht die Legehennenhaltung von Hühnern, die im Ausland aufgezogen wurden. Entsprechend haben in Deutschland viele Brütereien dicht gemacht und rund 50 Prozent der in Deutschland gehaltenen Legehennen stammen aus einer Aufzucht, bei denen das Verbot des Kükentötens nicht greift, weil sie aus dem Ausland kommen.

Zweinutzungshühner erleben Tierwohl